Welcome to my World

Month: Dezember, 2017

Das war 2017

by MaryCronos

„Dann schreib ich mal schnell den Jahresrückblick“. So viel Naivität und Blauäugigkeit hatte ich mir gar nicht zugetraut. Schon während ich diesen ersten Absatz tippe, wird mir klar, dass das so schnell nichts wird. Die erste Hürde: Mein Gedächtnis. Himmel! Was war denn in diesem Jahr alles? Ich will ja auch nichts und niemanden vergessen. So viele besondere Erlebnisse. So viele großartige neue Menschen in meinem Leben. Wo fang ich an? Wo höre ich auf? Was gehört hier rein und was habt ihr schon ausführlich genug in den Einzelberichten das Jahr über gelesen?

Uff.

Ich blätterte selbst durch meine Blogbeiträge, um den wichtigsten Meilensteilen dieses Jahres zu begegnen. Was die Besonderheiten angeht, fällt es mir wirklich schwer, auszusieben. Außerdem will ich mich heute wirklich mal „kurzfassen“. Immerhin geht es diesmal nicht um den Bericht zu einem Wochenende oder einem Abend, sondern um ein ganzes Jahr. Ich werde am besten die einzelnen Berichte an passender Stelle verlinken. 😀 Dann könnt ihr, solltet ihr das wirklich wollen, nochmal nachlesen. 😉

Um das ganze etwas übersichtlicher zu gestalten und da ich dank Anna von The Anna Diaries gelernt habe, wie wichtig für Google Zwischenüberschriften in Texten sind, versuche ich das Chaos in meinem Kopf mal etwas zu gliedern. In „Zeitrechnung vor London“, „Sommerchaos“ und „Eventjahreshälfte“.

Zeitrechnung vor London

Wenn ich jetzt sage, dass mein Jahr so kreativ begann, wie das davor aufgehört hat, dürfte Euch das nicht überraschen. Ein Tag ohne Kreativität ist für mich ein leerer Tag. David Ordinas bekam von seinem Fanclub meine ziemlich verrückte Zeichnung von ihm überreicht und seinem Strahlen nach hat sie ihm ganz gut gefallen. 🙂 Aus Sentimentalität (oder einfach aus Neugier) suchte ich nach einem meiner Bilder, die Ian Somerhalder mal auf seinem Instagramaccount geteilt hatte und fiel fast von meinem Stuhl (es hat tatsächlich inzwischen noch mehr likes… wer blättert freiwillig so weit zurück?! Warum?). Das Bild hatte inzwischen über 100.000 likes. Zu schade, dass die wenigsten davon bei mir ankamen. Wahrscheinlich, weil er mich damals nach meinem Twitternamen gefragt hat und nicht nach dem auf Instagram. Schade. Aber aus Fehlern wird man klug. Heute frag ich nach. 😀

Bis zur Buchmesse war vor allem Schreiben angesagt – in jeder freien Minute (und ihr werdet es nicht glauben: Nach der Messe auch, aber da sind wir ja noch nicht 😉 ). Ich gewöhnte mir an, nach meinem Nebenjob in Berlin Mitte in Cafés und Parks zu schreiben. Von viel Leben umgeben zu sein, ohne dass sich dieses Leben für einen interessiert, hilft beim Schreiben – mir zumindest. Auf der Leipziger Buchmesse – einem klaren Jahreshighlight – traf ich viele tolle Blogger, liebe Leser, die mich schockierender Weise in freier Wildbahn erkannten (!) und großartige Autorenkollegen. Allen voran lernte ich Sebastian Fitzek kennen. Ich gebe zu, dass ich bis zu diesem Moment noch keines seiner Bücher gelesen hatte. Ich bin mehr der Kriminalroman-Leser als der Thriller-Leser. Aber nachdem ich Sebastian nun getroffen habe, kann ich gar nicht anders. Ich wurde gewissermaßen fitzekisiert.

Mein Geburtstag – der 30ste noch dazu – fiel in diesem Jahr irgendwie flach. Aber genaugenommen bleibe ich dann wohl 29. Welche Frau will das nicht? 😉 Warum ich nicht gefeiert habe? Weil ich umgezogen bin. Über meinen Geburtstag. Ich kann nun wieder mit Fug und Recht ausrufen: Ich bin ein Berliner. Ob ich das auch mit Stolz rufe, wird sich noch zeigen.

Aber auch aus fotografischer Sicht hatte das erste Drittel meines 2017 einiges zu bieten. Mein Highlight war hier mein Ausflug nach NRW, um dort dank der Teilzeithelden an einem großen, freien Cosplayshoot teilzunehmen. Meine erste Erkenntnis in Sachen Fotografie kam auf den Fuß: ich möchte mehr davon. Cosplay zu fotografieren macht so viel Spaß. Sie sind engagiert und motiviert, denn sie haben viel Geld und Zeit in ihren Look investiert und sie spielen vor der Kamera keine Rolle. Sie werden zu den Figuren, die sie darstellen. Und das sieht man den Bildern an.

Sommerchaos

Ja, der Titel fasst es zusammen. Ich war in Brüssel und London – und in Schierke. Ich fotografierte wie eine Verrückte Stars und Sternchen, Stephen Amells Charityparty Fuck Cancer im Tape in London, betrat die 221b Bakerstreet und „spielte“ Sherlocks Violine. Ich zeichnete und ich schrieb, vollendete sogar mein Manuskript für Houston Hall pünktlich vor der Deadline (ich war ja so stolz auf mich!). Kurz um: Es passierte so viel, dass ich gar nicht weiß, was ich zuerst berichten soll.

Brüssel war wie immer ein schönes Erlebnis. Ich habe liebe Freunde wiedergesehen, die ich nur dort treffen kann. Aus Frankreich, UK, den Niederlanden, Spanien, Belgien (versteht sich bei Brüssel wohl von selbst)… Die Bloodynightcon Europe ist inzwischen so ein bisschen wie Nach Hause Kommen. Der einzige Wehmutstropfen: Zum ersten Mal hatten wir keine Charity-Mission während der Con. Mir war erschlagend langweilig und ich habe noch nie so viele Stagebilder während der Panels gemacht wie in diesem Jahr. Aber diese Bilder lassen sich ja wiederum ganz wunderbar als Zeichenvorlagen verwenden.

Und London… ja, London, war einfach London. Eine meiner absoluten Lieblingsstädte auf dieser schönen Erde. Und erst in diesem Jahr durfte ich endlich selbst hindurchlaufen. Mit meiner lieben Agentin Ines hab ich die Stadt auf den Kopf gestellt: Bakerstreet, Big Ben, The Tape, Olympia, Kensington, Camden Market und der Buckingham Palast waren nur ein paar der vielen Stationen, die wir in London abklapperten. Mit Anika (Ines ist nicht ganz Höhenfest) drehte ich auch eine Runde auf dem London Eye. Es war einfach phänomenal. Und den Höhepunkt stellte dann das Heroes and Villains Fanfestival in Olympia dar (nicht etwa, dass die Queen neben uns vorbeifuhr oder dass wir mit einem Hollywoodstar im Pub gewatzt haben… nein… oder ich für selbigen als Fotograf sein Charityevent fotografieren durfte… nein…). Nun gut. Ich gebe es zu: Jede einzelne Minute in London war ein Highlight.  Ich bin unglaublich dankbar für diese Woche und ich werde alles dafür tun, um nichts davon zu vergessen.

Die Zeichnung, die zu dieser Zeit im Zentrum der Aufmerksamkeit stand, war eine von Stephen und Robbie Amell. Das schönste daran war, dass sie beiden gefällt. Erschreckend wiederum, dass Robbies Frau der Meinung war, dass Robbie auf dem Bild Ian (Somerhalder) ähnlich sähe. Kein Kompliment. Also nicht für mich. Ich wollte schließlich Robbie zeichnen und nicht Ian. Aber die beiden haben auch durchaus Ähnlichkeit. Nicht umsonst habe ich Ian gedanklich gegen Robbie ausgetauscht – als Idealbesetzung für meinen Dariel, sollte Nafishur jemals verfilmt werden (davon träumt wohl jeder Autor). Ian ist einfach inzwischen zu alt für die Rolle. Hoffen wir, Robbie wird es nicht auch sein, bevor es so weit ist. 😉 😛

Nach Brüssel und London folgte die nächste große Weltstadt: Schierke. Nun gut. Schierke ist weniger Weltstadt als süßes Bergdorf am Brocken. Aber schön und einen Besuch wert auf jeden Fall. Dort war ich Teil des Festival Fantasia. Ich bot Cosplayfotoshoots, Lesungen und Workshops an und hatte wahnsinnig viel Spaß dabei. Das Besondere: Meine liebe Mutter war diesmal mein Sidekick und spielte ihre Rolle wirklich gut. Sie hatte sogar so viel Spaß dabei, dass es ihr an diesem Wochenende trotz Stress so gut wie lange nicht mehr ging. Ich wusste es schon immer: Conventions haben eine heilsame Wirkung. So viele liebe Menschen auf einem Haufen. Wirklich eine ganz besondere Zeit.

Eventjahreshälfte

Ein verwirrendes Kunstwort. Wo ich doch schon die ganze Zeit von lauter Events berichte. Aber hey. Nun reden wir von einer Zeit mit zwei Buchmessen und zwei Comiccons auf einem Haufen. Und nichts davon nur als Besucher. Das kann man schon als event-intensiv bezeichnen.

Mit der Frankfurter Buchmesse fing alles an. Interviews, volles Abendprogramm und am Samstag zusammen mit meiner großartigen Kollegin Laura Newman noch ein Workshop bei BoD zum Thema Fantasywelten Erschaffen. Holla die Waldfee. Und dank Laura war der Workshop so voll, dass wir unsere Halle verstopften. Nicht umsonst habe ich über diese Woche in Frankfurt einen ellenlangen Messebericht verfasst. Kürzer würde ich das jetzt auch nicht hinbekommen. Klein aber doch auch schön, war die Berliner Schwester der Frankfurter Buchmesse: Auf der BuchBerlin hatte ich in diesem Jahr zum ersten Mal auch einen eigenen Stand. Ich liebe das. Zauberer, Elfen, Vampire… alles bleibt vor meinem Stand stehen, schmökert durch meine Bücher, schwatzt mit mir, lässt sich von mir „abstempeln“ (ich nutze für mein Leben gern meine Nafishur- Stempel).

Meinen Messeerlebnissen standen die auf den German ComicCons in Berlin und Dortmund aber in nichts nach. Dort durfte ich Lesungen halten (während es in Berlin noch um Nafishur ging, habe ich in Dortmund bereits aus meinem neuen Romantasybuch Houston Hall gelesen) und Schreibworkshops geben und wenn ich damit nicht gerade unterwegs war, dann hatte ich meinen Stand in der Artist Alley. Hab ich schon erwähnt, wie toll ich es finde, einen Stand zu haben? 🙂

Zwischendurch habe ich am Release von Houston Hall gefeilt, mich durch das Lektorat gekämpft und eine Blogtour organisiert. Herzliche Einladung auch an dieser Stelle: übermorgen, am Dienstag, den 02.01.2018, findet in der Gruppe meiner Facebookseite Colors of Cronos eine Liveparty statt. Das heißt: Ich bin live, lese aus Houston Hall, stehe Euch Rede und Antwort und veranstalte ein kleines Quiz. Der Preis: Unter anderem eine signierte Printausgabe. 🙂 Also kommt vorbei.

Meinen Jahresausklang bildeten meine erste Onlinelivelesung – für Outlander Germany – vor drei Tagen und die Vorbereitung meiner neuen Autorenwebsite. Ich kann es kaum erwarten, sie Euch vorzustellen. Danach wird dann dieser Blog hier ein neues Gewand bekommen und dann wird colors-of-cronos.de aufgebessert.

In diesen letzten Tagen des Jahres habe ich für mich einen zweiten fotografischen Schwerpunkt festgelegt. Im Laufe des Jahres hatte ich immer wieder die Chance, Kinder zu fotografieren und ich liebe es. Sie sind so ehrlich und offen. Sie fragen sich nicht, ob das ihre Schokoladenseite ist oder ob sie gerade ein Doppelkinn haben. Sie haben einfach Spaß vor der Kamera. Und das ist Gold wert. Davon möchte ich mehr erleben.

Ein letztes Erlebnis will ich noch erwähnen. Vielleicht nicht so glamourös wie meine Treffen in London oder Brüssel… vielleicht nicht so wichtig wie die Comiccons und Buchmessen. Aber einfach eine schöne Erinnerung, weil schöne Ereignisse eben nicht immer lange geplant sein müssen. Man stelle sich einen langen Arbeitstag vor. Nebenjob und Fotoshooting. Dazu eine ausgewachsene Migräne. Eigentlich ist der einzige Gedanke: Nix wie heim und ins Bett. Kann der Tag noch besser werden? Wie denn? Indem ich Instagram aufmache und sehe, dass ausgerechnet derjenige, den ich gerade Zuhause zeichne, auf dem Weg nach Berlin zu einer Preisverleihung ist. Ich habe mich also am Pariser Platz an den roten Teppich gestellt und gewartet, um Victor Mids mal persönlich zu sehen. Euch sagt sein Name vielleicht nichts, aber seine kleinen „Illusies“ sind die Inspiration für eine Figur in meinem neuesten Romanprojekt und so hab ich mich wahnsinnig gefreut, ihn zu erwischen. 🙂

Fazit

So. Puh! Wir sind durch. Also ich schon jetzt, wo ich es schreibe. Du, jetzt wo Du das Ende dieses Berichts erreichst. Ich hoffe, ich hab Dich nicht gelangweilt. Mein Fazit für 2017: Es war voll und das nächste Jahr wird sicher noch voller. Es war toll und 2018 wird hoffentlich noch toller. In jedem Fall bin ich unglaublich dankbar. Für das Erlebte, für die neuen Menschen in meinem Leben, für die Chancen, die ich bekam und nutzen konnte, für die Herausforderungen, die mich stärker gemacht haben. Für die Freunde, die all den Irrsinn mitmachen und mich auf meinem Weg auf wirklich unglaublich tolle Weise unterstützen. DANKE! Und ich bin froh, dass ich Menschen habe, mit denen ich meine eigenen Geschichte und all die anderen in meinem Kopf teilen kann – danke an Dich, mein lieber Leser! Ich hoffe, wir sehen uns im nächsten Jahr wieder.

Alles Gute! Guten Rutsch!

Sincerely

Ein längst überfälliger Bericht – GCC Dortmund 2017

by MaryCronos

Gerade noch so im Jahr 2017 fällt mir auf, dass ich Euch einen Bericht unterschlagen habe! Den zu meiner Anwesenheit auf der German ComicCon Dortmund Anfang des Monats. Dabei dreht sich inzwischen bei mir alles um die Veröffentlichung meines neuen Buches Houston Hall. Das lenkt mich „etwas“ ab. Aber ich gebe mir Mühe, für Euch noch mal das Wochenende Revue passieren zu lassen, das den Titel „Winter is coming“ tragen sollte.

Die Anreise

Es ging noch ganz harmlos los. In Berlin schien die Sonne, nur der Wind war kalt. Am ZOB beim Messegelände musste ich nach dem richtigen Bussteig (herrliches Wort oder?) suchen, da hier gerade umgebaut wird. Ich stellte schnell fest, dass ich bei weitem nicht die Einzige war, die nach NRW wollte. Der Bus war gerammelt voll und ich hatte das Glück, eine reizende Sitznachbarin zu haben – wie eigentlich immer. Sogar einen Weihnachtsgruß habe ich vor ein paar Tagen von ihr bekommen.

In Bochum wurde ich dann von Dauerregen begrüßt – und von meiner lieben Mission-Agentin Anja. Dir Vorbereitungen für die ComicCon gingen in die heiße Phase. Wir falteten und formten kleine Papier-Vogelkäfige, drapierten zusammen mit Mission-Agentin Tatjana unglaublich leckere, selbstgemachte Schoko-Spekulatius-Trüffel in ihnen und bauten dann am Freitag meinen Stand in der Artist Alley auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der Dauerregen allerdings in Dauerschnee verwandelt. Und so war wie in jedem Jahr der Winter plötzlich und unerwartet mitten im Winter da – und überforderte Autofahrer und die öffentlichen Verkehrsmittel. Unser Stand stand trotzdem pünktlich.

Der Aufbau

An dieser Stelle muss ich etwas mosern. Mir ist bewusst, was für einen immensen Aufwand das Planen und Organisieren einer Convention bedeutet. Mir ist bewusst, dass nicht immer alles glatt geht. Aber leider lief diesmal wirklich viel schief. Glücklicherweise betrafen die meisten Probleme nicht unmittelbar mich – aber meine lieben Kollegen und Standnachbarn ringsum. Viele hatten sich in der Artist Alley Tische und Stühle zu ihrem Standplatz dazu gebucht. Ist ja auch praktisch nicht alles mit anschleppen zu müssen. Und wenn man etwas vorbestellt und bezahlt, geht man schließlich davon aus, es auch zu bekommen. Dennoch standen noch Samstag am späten Vormittag so einige Kollegen ohne Stühle oder Tische da. Manche improvisierten sich einen Tisch aus Kisten, manche standen noch am Sonntagabend, weil sie noch immer keinen Stuhl bekommen hatten. Ich war noch nie so froh, selbst für das komplette Equipment gesorgt zu haben. Als dann noch gegen 11 am Samstag ein paar Tische und Stühle kamen, waren diese nass und vereist (Künstler arbeiten zumeist mit Papier, da ist Wasser nicht sooo günstig) und noch dazu waren die Tische von Bierzeltgarnituren und mit ihren 2,20 zu groß für die Standflächen von 2m. Dadurch passten sie nur dort, wo nicht zu beiden Seiten schon andere Stände aufgebaut hatten.

Die Con

Ihr seht schon, es ging „gut“ los. Das Chaos wirkte sich auf die Stimmung aus, auf die Besucher, die einen Bogen um die Bereiche machten, in denen Mittags noch immer aufgebaut wurde. Dabei war doch kaum Platz. Denn das war ein anderes Problem der Con: Der Samstag war leider völligem Missmanagement zum Opfer gefallen. Die Hallen wurden wegen Überfüllung früh geschlossen, so dass keine neuen Besucher hinein konnten – nicht einmal solche, die bereits Tickets im Vorverkauf erworben hatten. Wenn im Vorverkauf so viele Tickets verkauft wurden, dass die voraussichtlichen Besucher die Hallen mehr als gut füllen, sollte vielleicht von einer Tageskasse abgesehen werden. Das hätte letztlich für weniger Verärgerung gesorgt.

Ich hatte am Samstag eine Lesung und am Sonntag einen Workshop. Für beide Events musste ich quer vom Ende der einen Halle zu dem der anderen – durch den einzigen Verbindungsgang. Der gleichzeitig den Ausgang für die Raucher in den Innenhof bot, den Zugang zu den Toiletten und am Samstag auch noch die Fotoschlangen beherbergte. Der Stau war nerviger als bei Berufsverkehr in Berlin auf der B1. Zum Glück kam der Veranstalter – besser spät als nie – für den Sonntag auf die Idee, eine dritte Halle anzumieten und die Fotoshoots auszulagern. An der Stelle bei aller Meckerei ein großes Lob an all die ehrenamtlichen Helfer in der Staff, die in einer Nacht- und Nebelaktion mal eben die halbe Con umgebaut haben. Der Sonntag war dann schon um einiges entspannter.

Dennoch bleibt mir der Gedanke, dass bei um die 30 Stargästen mit Autogrammstunden, Photoshoots und Panels (dazu noch viele Künstler und Händler) zwei Hallen an zwei Tagen (Sonntag nur bis 17 Uhr!) eindeutig zu wenig sind. Egal, ob man alles irgendwie ins Programm gequetscht bekommt. Es ist einfach nicht mehr schön. Ich habe den Direktvergleich zur GCC in Berlin – gleicher Veranstalter, gleiches Event. Kleiner hier bei mir, aber dadurch auch entspannter: In Berlin hatte ich 45 Minuten für meine Lesung und 60 für meinen Workshop. Wenige Tage vor Dortmund erfuhr ich, dass ich dort nur 25 (letztlich waren es 20) Minuten für meine Lesung und 30 für den Workshop haben würde. Die Photoshoots in Dortmund waren teilweise mit 5 oder 10 Minuten pro Star angesetzt. Selbst wenn es wenige Vorverkäufe gegeben haben sollte… man weiß nie, was auf dem Event noch passiert…

Das Resultat von all dem war, dass mir unglaublich viele genervte, gestresste Menschen begegneten. Conventions sollen vor allem eins: Spaß machen. Und den Alltagsstress vergessen lassen. Das gelang dieses Mal leider nicht. Und auch wenn ich mir Mühe gegeben habe, meine volle Lesung und den vollen Workshop gut zu unterhalten und meine Zuhörer mitzureißen, war das noch nie so schwer wie dieses Mal. Während der kurzen Lesung kamen vier Hallendurchsagen. Spannungsaufbau? Keine Chance. Durchsagen müssen manchmal sein. Und doch hatte ich nicht den Eindruck, dass ich auf anderen Events so viele gehört hätte. In jedem Fall zeigt das, dass Lesungen vielleicht auch eher in einer separaten Halle oder einem Extraraum stattfinden sollten. Dem Workshop ging es ganz ähnlich. Er war auf einer Empore über einer der Hallen. Etwas separiert – so gut es eben ging. Leider gab es in Dortmund keine so schöne Möglichkeit wie in Berlin, wo ich einen eigenen Raum für den Workshop hatte.

Auch die Werbung vorab hatte in Berlin besser funktioniert. Auch dort war alles etwas „kurz vor knapp“ und etwas zu spät. Aber immerhin wurden wir „niederen Künstler der Artist Alley“ dort in den Social Media vorgestellt. Diesmal geschah das nicht. Immer wieder sah ich gesponsorte Posts zu den großen Stars. Zu uns allerdings: nichts. Weder mein Stage-Auftritt, noch der Workshop, noch mein Stand (oder die Stände der anderen) wurden angekündigt. Wir noch eher kleinen Künstler sind aber genau auf diese Werbung angewiesen. Und der Aufwand, die Ankündigungsbilder in Facebook vorzuplanen und dann Tag für Tag automatisiert abzufeuern hält sich nun wirklich in Grenzen. Wirklich schade, dass es so gelaufen ist.

Fazit

Ihr merkt schon: Es war laut und chaotisch und das klingt alles ziemlich unzufrieden. Die extremen Massen am Samstag sorgten dafür, dass sich die meisten Menschen nur vorbeischoben und die wenigsten mal an einem Stand stehenblieben. Die unglückliche Planung sorgte für schlechte Laune und grimmige Gesichter. Tatjana und ich haben trotzdem stur um die Wette gelächelt und Schokotrüffel für bessere Laune verteilt. Chaos hin oder her: Ich konnte vielen Menschen von dem erzählen, was ich tue, konnte vielen helfen; ich habe unzählige Leseproben und anderes Merch verteilt; und ich habe wunderbare Menschen wiedergesehen und neu kennengelernt. Also hey! Na klar! Es hat sich trotzdem gelohnt! Und in allem, was aufs Ganze gesehen auch schief lief, hatte ich noch jede Menge Glück.

Und immerhin hatte ich auf dieser Con die Bühne für meine erste Lesung aus Houston Hall. Das war spannend und ich war sehr happy, dass meine Lesung gut ankam. Genauso wie mein Workshop zum Erdenken und Schreiben von Fantasywelten. Ich wünsche meinen Schülerinnen und Schülern ganz viel Erfolg und Spaß beim Schreiben ihrer Projekte! 🙂 Nicht aufgeben!

Ich durfte dank Anja und Tatjana sogar noch ein persönliches Highlight haben: Ein Foto mit Dariels Vater. Also… mit Peter Facinelli, der in meinen Augen super als Dariels Vater durchginge. (Okay, das Bild ist trotz zweitem Anlauf unscharf… aber mal sehen, was ich am PC noch rausholen kann.)

Die Abreise

Mein glorreicher Abgang darf natürlich nicht fehlen. Der setzte dem Ganzen eigentlich das Sahnehäubchen auf. Flixbus war – wie der Rest der Öffentlichkeit – heillos überfordert mit dem Wintereinbruch mitten im Winter. Anjas lieber Sohn brachte mich nach Dortmund. Wir waren überpünktlich da. 11:20. Mein Bus sollte 11:45 fahren. Wir waren besser als erwartet durchgekommen.

Ich freundete mich mit zwei weiteren Wartenden an und zu viert standen wir im Schneetreiben vor einem kleinen Häuschen, in dem man leider keine Zuflucht finden konnte. Das kurze Vordach reichte nicht einmal, um die zwei Koffer mit meinen Nässe empfindlichen Büchern und Künstlerutensilien zu schützen. Wir warteten und wartete. Der Mensch im Häuschen wusste nichts. Meine Flixbus-App wusste nichts. Als eine gute halbe Stunde vergangen war, kam dann die erste Info: Der Bus habe 90 Minuten Verspätung. Ich schickte meinen tapferen Fahrer nach Hause und begab mich mit ca 40kg Gepäck und meinen neuen Freunden ans andere Ende des Bahnhofs. Wir wollten uns bei einer gewissen Fastfood-Kette (die mit dem gelben M, wie Mary) aufwärmen. Eine heiße Schokolade später machten wir uns auf den Rückweg. Von den 90 Minuten war ja bei Eintreffen der Nachricht schon die Hälfte um gewesen.

Wir stellten fest: Wir hatten nichts verpasst. Von nun an gab es ca alle 30-60 Minuten eine neue Nachricht, dass sich die Verspätung leider weiter ausgebaut habe. Gegen ca 15 Uhr bekam ich in meiner App die Push-Nachricht, dass wir nun die Fahrt stornieren könnten, umbuchen oder erstattet bekommen. Zu dieser Zeit hatte ich noch nicht ganz aufgegeben. Ich wollte am nächsten Tag bei meinem Nebenjob im Büro sitzen. Wir warteten weiter. Unterhielten uns, machten Witze (ein paar letzte Leseproben wechselten den Besitzer). Als es bereits begann zu dämmern, dämmerte es mir, dass dieser Bus wahrscheinlich ausfallen würde. Er kam aus Bonn! Wenn er von Bonn bis Dortmund bereits ca 4 Stunden Verspätung hatte, wann würde er dann in Berlin ankommen – sollte er jemals eintreffen? Ich entschloss mich, meine liebe Anja zu bitten, mich wieder abzuholen. Während die erfrorenen Überreste Meinerselbst mit Kinderschokoweihnachtsmännern und kuscheligen Decken wieder aufgepeppelt wurden, versuchte ich, meinen non-existenten Bus (wie von der App versprochen) umzubuchen auf einen Bus am nächsten Tag. An der Hotline in gebrochenem Deutsch die ernüchternde Info: Das geht leider nicht. Sie haben ihre Handynummer nicht mit angegeben. Die Push-Nachrichten der App seien nicht ausreichend. Die könnten nicht nachgeprüft werden. Ich müsse mir einfach einen neuen Bus buchen und den alten stornieren (nicht, dass so eine kurzfristige Busfahrt nicht viel teurer wäre, aber was solls). Dumm nur, dass ich den anderen Bus nicht stornieren konnte – weder am Telefon, noch auf der Website, noch in der App. Denn angeblich war er bereits abgefahren und ich säße drin. Zu dieser Zeit – so wusste ich aus zuverlässiger Quelle – war er nur noch immer nicht in Dortmund. Es war nun übrigens 18 Uhr. Ich beantragte also Erstattung. Die wurde auf Englisch, mit unpassenden, fertigen, unzusammenhängenden Textbausteinen abgelehnt, weil ich die Fahrt ja angetreten wäre.

Kurz nach 18 Uhr kam übrigens der Bus tatsächlich noch und meine neuen Freunde waren dann gegen 2 Uhr in der Nacht in Berlin. Am meisten Leid tut mir eigentlich der Busfahrer. Irre, was dieser Mensch geleistet hat. Der Kundenservice von Flixbus Mein Fernbus hingegen hat meine bisher durchweg positive Meinung zum Unternehmen leider sehr getrübt. Kommunikation und Entgegenkommen sind in so einem Fall doch alles. Schade, dass Flixbus das nicht besser gelungen ist.

Wieder Zuhause

Wieder Zuhause hieß es dann: Arbeit Nachholen. Die Blogtour mit Inhalt füllen (meine armen Heroes of Cronos kamen ganz schön ins Schwitzen, weil ich ihnen sehr kurzfristig meine Texte lieferte), die Zeit vom Nebenjob nachholen, mein Okay zur letzten Version von Houston Hall geben nach einem letzten Check der 550 Seiten, endlich mit der neuen Autorenwebsite beginnen und und und…

Ein kleiner erster Blick auf meine Bastelei für die Autorenseite. Und nein, sie hat noch keinen Schatten. Das Bild ist noch lange nicht fertig. Aber es ist schon das 12te seiner Art. 🙂 Lasst Euch überraschen.

Nachdem ich nun meinen mimimi-Bericht verfasst habe, werde ich mich an meinen Jahresrückblick machen. Wenn ich den rechtzeitig schaffe, erwartet er Euch morgen – im Notfall dann erst im nächsten Jahr. 🙂

Ich hoffe, Euer Weihnachtsfest war besinnlich und voller schöner Momente. Rutscht gut ins neue Jahr und fühlt Euch eingeladen: Am 2.1. ab 20 Uhr werde ich auf meiner Facebookseite Color of Cronos (bzw. in der verknüpften Gruppe) live sein und Euch Rede und Antwort stehen: zu meinen Büchern und dem Schreiben im Allgemeinen. Es wird eine Livelesung geben und ein Quiz. Wer mit mir auf der #ReiseNachHoustonHall war und meine Heroes of Cronos auf ihren Blogs besucht hat, der hat beste Chancen, mein Quiz zu gewinnen. Und unter den Gewinnern wird es jede Menge Houston Hall geben. Also schaut vorbei. 🙂

Sincerely