Schottland – Willkommen in Houston Halls Welt

Ich bin wieder zuhause, aber ich kann es immer noch nicht glauben. Ich starre auf all die Bilder und Videos, die ich gemacht habe, erinnere mich mit allen Sinnen an die vergangene Woche. Und trotzdem versteh ich noch nicht ganz, was ich angestellt habe: Ich bin einfach mit meiner Mutter nach Schottland geflogen, habe uns in einem Hotel in North Berwick – dem Nachbarort Dirletons – eingemietet und endlich den Ort gesehen, an dem Houston Hall spielt.

Houston Hall alias Archerfield House
Dirleton Kirk
Dirleton Castle Burghof

Ich habe Houston Hall gesehen, lief die Einfahrt entlang und über die Ländereien. Ich besuchte die kleine Kirk im Norden Dirletons, fand sogar den Grabstein mit den Meerjungfrauen darauf. Ich hatte einen Afternoontea im Inn gegenüber des Castles, lief an Beatrix Haus vorbei. Und ich erkundete das Castle selbst mit samt seinem Doo Cot und dem Pit Prison Ich stand am Strand mit Blick auf Fidra Island und genoss das Gefühl, mich an einem Ort zuhause zu fühlen, den ich bis dato nie mit eigenen Füßen betreten hatte.

Glaubt mir bitte: Das Gefühl ist unbeschreiblich. Bis zu dieser Woche hatte ich mich auf die Recherchen aus dem Web und die Erkundungen und Berichte der lieben Monja verlassen müssen, die für mich nach Dirleton gereist war. Und immer hatte ich Sorge, ob ich die Stimmung des Ortes wirklich getroffen hatte.

Küste von North Berwick

Der Entschluss zu dieser Hals-über-Kopf-Reise kam zustande, als ich erfuhr, dass Ihr Houston Hall und mich auf die Shortlist des Deutschen Phantastikpreises gewählt habt. Das hat mich wirklich umgehauen und ich wollte unbedingt etwas ganz Besonderes tun, um Danke zu sagen. Und – da bin ich ganz ehrlich – auch, um mir einen Traum zu erfüllen.

Wisst Ihr, was das zauberhafte war? Es war alles ganz genauso wie in meinem Kopf. Nichts konnte mich überraschen. Wahrscheinlich hab ich mich deshalb sofort so gefühlt, als sei ich nach Hause gekommen. Und wenn man dann noch bedenkt, wie unfassbar freundlich und offen dort alle Menschen waren, dann wird das noch verständlicher.

Dirleton Castle

Ich habe schon so viel hier geschrieben und trotzdem habe ich das Gefühl, gerade erst die Einleitung dieses Artikels hinter mir zu haben. Es gibt so viel, das ich Euch erzählen will, so viel, das ich gesehen, gehört, gefühlt und geschmeckt habe. Aber das alles würde meinen Bericht sprengen. Ich hoffe, ich kann schnellstmöglich einen #Cronofiziert-Beitrag zu dieser Reise machen. Vielleicht transportiert ein Video wenigstens etwas mehr von dem, was ich Euch weitergeben will.

Willst Ihr, dass ich im ehemaligen Festsaal im Castle genauso getanzt habe, wie Mary, als sie das Castle mit Anthony besichtigt? Da waren sich Autoren-Mary und Roman-Mary so nah, wie noch nie. Ein sehr sehr skurriles, aber gutes Gefühl. Genauso, als ich ins Pit Prison hinab sah oder ins Doo Cot, das Taubenhaus. Ich hab so viele Orte besucht, die ich bisher nur aus den Augen meiner Protagonisten kannte.

Küste von North Berwick

Ich überlege die ganze Zeit, was der wichtigste, größte, beste Moment meiner Reise gewesen ist. Aber es gelingt mir nicht, einen einzelnen Moment herauszupicken. Immer, wenn ich glaube, einen wirklich schönen Augenblick gefunden zu haben, dann fällt mir ein anderer ein, der ebenso beeindruckend für mich war.

Zum Beispiel: Allein der Flug und die Landung und damit der Moment, in dem dieser Traum begann, Realität zu werden, war beflügelnd. Und ich dachte schon in dieser Szene, dass ich mein Maximum an Glück erreicht hätte.

Dann kam der Spaziergang am Strand zurück zum Hotel nach dem Essen an unserem ersten Abend. Über dem Wasser türmte sich diese beeindruckende Gewitterstimmung auf, die Ihr auf einigen der Bilder sehen könnt. Das war der Moment, in dem das Unwetter greifbar wurde, das gleich im ersten Kapitel über Anthonys Zuhause hereinbricht.

Aber gleich am nächsten Morgen war da dieser unglaubliche Sonnenaufgang am Strand, der das Meer und die Küste in ein wunderschönes goldenes Licht tauchte. Dieser Moment ließ mich an das Gedicht von Licht und Schatten denken, das die Geschichte säumt und das Marys Lebensmotto zu sein scheint.

Auch wenn diese Momente alle sehr bildgewaltig waren, bleibt der Augenblick nicht dahinter zurück, in dem wir im Linienbus sitzend Dirleton erreichen und ich mit jedem Meter mehr erkenne. Die Spannung, das Kribbeln unter der Haut, als das Straßenschild auf den Ort hinweist. Eine Kurve, noch eine Kurve, dann endlich: Das Inn, Beatrix Haus, das Castle, die Kirk … Dieser Augenblick war wirklich phänomenal.

Und dann sind da natürlich die Augenblicke, die ich zum Teil schon mit Euch geteilt habe: Die Livestreams und Lesungen aus den verschiedenen Orten von Dirleton Castle. Die Chance, an dem Ort aus seinem Buch zu lesen, an dem die entsprechende Szene spielt … unglaublich gut. Die Chance, diese Momente mit den Lesern zu teilen … unglaublich gut. Die Chance, das positive Feedback direkt zu belohnen … unglaublich gut.

Ruthven Lodging
Doo Cot, das Taubenhaus
De Vaux Tower

Und das sind immer noch nicht alle besonderen Momente. Nicht minder beeindruckend war unser Besuch bei Tantallon Castle – auch wenn es bisher nur in einem der Tagebucheinträge vorkommt. Die Hauptmauern stehen noch in beinah voller Höhe und auf diesen gigantischen Mauern direkt an einer Klippe zu stehen und sich vorzustellen, wie riesig und imposant dieses Castle einst gewesen sein muss, dafür gibt es keine Worte.

Dann war da der Tagesausflug nach Edinburgh. Der Kontrast zwischen Stadt und Land war so deutlich und als Stadtmensch spürte ich einmal mehr, wie es für Anthony gewesen sein muss, eine Großstadt gegen ein Dorf einzutauschen, das er dann wiederum schnell gegen einen goldenen Käfig eintauschte.

Genauso schön war es, die Kirk zu betreten und natürlich der Moment, als ich Houston Hall tatsächlich vor mir stehen sah. Es ist zu dem Luxus-Golf-Hotel geworden, gegen das sich Anthony in meiner Geschichten 1963 entschieden hat. Der Lauf der Dinge.

Ein anderes kleines Highlight, dessen Resultat für Euch noch aussteht, waren zwei Lesungen. Die eine hielt ich in der Bibliothek unseres Hotels ab, die andere auf dem Gelände von Dirleton Castle.

Meine Mutter versuchte sich als Kamerafrau und wir drehten lauter unterschiedliche Einstellungen. Ich hoffe so sehr, dass der Ton gut genug ist, um Euch ein schönes Filmerlebnis zu gewährleisten.

Wenn nicht, muss ich mich als mein eigener Synchronsprecher versuchen.

Natürlich habe ich mir jeden Flyer und jeden Guide der Gegend mitgenommen. Diese schöne Illustration aus der Broschüre zum Dirleton Castle will ich Euch nicht vorenthalten. Hier seht Ihr schön seinen Aufbau. Drei Familien haben über Jahrhunderte hinweg dieses Castle erschaffen: Die de Vaux, die Ruthvens und die Haliburtons.

Ihr seht hier mit der Luftaufnahme der Ruine zusammen ein schönes Vorher-Nachher. Dieses Castle war ein Dorf im Dorf. Es hatte alles, was nötig war, um einer Belagerung lange standzuhalten.

Doch unter Cromwell belagerte General Monck unter anderem Tantallon und Dirleton Castle. Und diesmal mit Erfolg. 1651 war das Ende des Castles gekommen und seine schützenden Mauern wurden zerstört.

Das war übrigens auch der Moment, in dem die Hexenjagd in dieser Gegend ein Ende fand. Offiziell. Inoffiziell – und laut meines Buchs – ging es danach erst richtig los. Aber pssst.

Ach ja! Einen Nafishur-Drachen habe ich auch noch getroffen! Den Pneumadrachen, der sich in Nafishur Praeludium auf beiden Buchcovern um meine Welt windet. Dieses mystische Wesen lebt doch tatsächlich auf Dirleton Castle! Das Beweisbild versteckt sich irgendwo in der Galerie unter diesem Absatz. Viel Spaß beim Suchen und Bilder anschauen. Mehr davon findet Ihr auf Flickr und dann hier verlinkt.

Sincerely

Schottland 2019

Mary Cronos

Autorin, Künstlerin, Podcasterin

Mary ist ein kreatives Chaos in Person. Neben ihrer Autorentätigkeit bietet sie ihren Kolleginnen und Kollegen auch Dienstleistungen wie Coaching und Beratung, Cover- und Werbedesign, Portrait- und Eventfotografie sowie Illustrationen an. 2019 startete sie darüber hinaus ihren Kreativpodcast Carpe Artes und zum 1.1.2020 Fakriro – die Messebühne für Selfpublisher.

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