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Tag: Frankfurter Buchmesse

Frankfurter Buchmesse

by Mary Cronos

Mein wahnsinnig verspäteter Berichtemarathon geht weiter. Heute will ich Euch von der Frankfurter Buchmesse erzählen.

Die Kurzfassung: Es war Buchmesse.

Jeder, der Bücher liebt und schon mal auf der Buchmesse war, weiß, was das heißt. Mehr Erklärungen sind eigentlich nicht notwendig.

Aber hey, ich bin Autorin. 😉 Ganz so einfach mache ich es Euch nicht. Außerdem war diese Messe voller besonderer Momente…

Bevor ich anfange noch zwei Bemerkungen: Ja, ich konnte mich doch wieder nicht kurz fassen… und Ja, ich erwähne und verlinke lauter Menschen und Unternehmen. Ich werde dafür nicht bezahlt. Ich wurde positiv von ihnen beeindruckt und möchte meiner Erfahrungen einfach mit Euch teilen. 😉

Und nun los.

Es fing schon außergewöhnlich an, denn das war das erste Mal, dass ich mit meinem eigenen Auto zur Buchmesse bin. Das Resultat: Es war randvoll gepackt mit so vielen Koffern und Taschen voller Leseproben, Postkarten und anderer schöner Dinge, dass ich mich ernsthaft gefragt habe, wie es mir jemals möglich gewesen ist, mit einem Flixbus oder der Bahn anzureisen.

Aber ich hab das Auto nicht allein vollgeladen, denn das Cronos-Mobil wurde für die Messe zum Berliner Autorentaxi. Ich habe einfach Sophie M. Gruber und Chris Milkus (eigentlich heißt er ja Christian, aber wenn ich ihn so nenne, könnte ich eines äußert schmerzvollen Todes sterben) mit ins Auto gepackt und die beiden haben ihrerseits ihren Beitrag zu einem vollen Auto geleistet.

Ich kann Euch nur empfehlen, Autoren auf Reisen mit einzupacken. Mit Autoren wird es nie langweilig. Jeder Stau und jede Rast werden zu einem Abenteuer, einer neuen Geschichte, die erzählt werden will. Also ist es wohl nur zu verständlich, dass eine Buchmesse mit einem Autorentrio jede Menge Stoff zum Erzählen bietet.

Unser Abenteuer begann sonnig und harmlos. Mit einem Picknick auf halbem Weg irgendwo in Thüringen und viel Spaß (und einigen totalen Verkehrschaoten) auf der Straße. Spannend wurde es nach unserer Ankunft. Wir hatten uns eine nette AirBnB-Wohnung gesucht, die ganz in der Nähe der Messe lag. Von den Bildern im Web wussten wir, dass sie verteufelt schick sein würde. Aber wir wussten auch, dass sie wirklich gut geschützt war. Zuerst mussten wir einen unter Büschen gut versteckten Schlüsselsafe finden und „knacken“, um an den Wohnungsschlüssel zu kommen. Dann mussten wir es irgendwie schaffen, die Massen an Messegepäck in die oberste Etage des Altbaus zu schleppen (an dieser Stelle zahlte sich Chris Anwesenheit enorm aus! Danke nochmal an dieser Stelle, Chris 🙂 ). Und als wir dann endlich oben waren und auch das zweifache Schloss (Schlüssel und Funksender) geöffnet hatten, stand die nächste Herausforderung an: Es hatte geheißen, dass unsere Wohnung per Kamera überwacht wäre und wir bitte bei unserer Ankunft diese einfach ausschalten und bei unserer Abreise wieder anschalten sollen.

Tja. Toll.

Ich erinnere mich noch, wie Sophie irgendwann murmelte „Wo würde ich mich verstecken, wenn ich eine Kamera wäre?“. Wir suchten ungelogen fast eine Stunde lang nach der verfluchten Kamera. Man wird irgendwann etwas paranoid und wir fragten uns, ob sie vielleicht in Teilen der Deko versteckt wäre. Irgendwann gaben wir frustriert auf und ich schrieb unserem Vermieter. Der entschuldigte sich wortreich und beichtete, dass er die Kamera am Tag zuvor beim Reinigen der Wohnung zerstört hätte und vergessen hatte, uns Bescheid zu geben.

Die ganze Panik umsonst. 😀

Oder vielleicht auch nicht ganz umsonst. Immerhin ist das eine gute Geschichte für Euch.

Was auch gut für Euch ist, sind meine neuen Nafishurpostkarten. Habt ihr die schon gesehen? Hier könnt ihr sie bestaunen.

Ich bin verliebt in den tollen Druck. Mit Visitenkarten und Postkarten werde ich wohl nur noch zu Moo gehen (nicht, ich werde nicht dafür bezahlt, das zu sagen. Ja, ich sage gern, wenn ich mit der Leistung und dem Service eines Anbieters zufrieden bin. Ich empfinde das als öffentliches Feedback und nicht als Werbung). Die Karten soll Euch schon einen ersten Blick in meine Welt bieten, während ich zusehe, dass die nächsten beiden Bände endlich fertig werden. Immerhin habe ich (beide zweiten Bände zusammengenommen) schon ungefähr 600 Seiten fertig – und die Cover. 🙂 Und ich habe mir lauter kleine und größere Trostpflaster ausgedacht, damit ihr mit mir der Veröffentlichung entgegenfiebert.

Aber ich schweife ab. Zurück zur Buchmesse!

Traditionell verbrachte ich den Mittwochabend beim Pub’n’Pub. Ich konnte meine Messemitbewohnerin Sophie als Begleitung gewinnen und so groovten wir uns schon mal ins Netzwerken ein, genossen es, von Buchmenschen umgeben zu sein und blieben – wie immer – viel zu lang. Es war wieder ein schöner Start in die Buchmessezeit. Ein Start, den ich nie verpassen will. Mein oberstes Ziel war es, rechtzeitig zum Pub’n’Pub in Frankfurt zu sein. Das hatte ich ja zum Glück geschafft. 🙂

Damit der Bericht nicht ganz so sehr ausartet wie der vom Dienstag über meine Reisen, werde ich jetzt nicht chronologisch von jedem Tag berichten, sondern Euch rückwirkend an meinen Highlights teilhaben lassen. 🙂

Einer meiner großen Gründe für eine gelungene tolle Buchmesse ist mein Buch-Zuhause Nafishurs: BoD – Books on Demand. Nicht nur, durfte Nafishur auch diesmal wieder den Stand zieren. BoD hat mich zusammen mit zwei wunderbaren Kolleginnen (und nun dank dieser Aktion auch Freundinnen) zur Gesprächsrunde auf die Bühne der Halle 3.0 geladen. Emma. K. Sterlings, Juliana Fabula und ich haben uns sofort gut verstanden und während wir unserem gemeinsamen Auftritt am Messesonntag entgegenfieberten, waren wir so voller Feuereifer, dass wir direkt noch ein weiteres, ausgesprochen spontanes Event angeleiert haben: Ein Fantasy Meet&Greet.

Wir schrieben lauter liebe Kolleginnen und Kollegen der Fantasy an und unsere Idee stieß auf breite Begeisterung: Ein Treffen von so vielen Fantasy-AutorInnen und LeserInnen wie möglich. Und das mal eben auf der Buchmesse – nur zwei Wochen vorher angefragt. Ganze zehn von uns fanden dann tatsächlich einen gemeinsamen Termin. Es grenzt an ein Wunder! Und es war wundervoll, was da entstand. Wir hatten jede Menge Spaß und sind einstimmig der Meinung: Das müssen wir wiederholen! Ihr werdet also wohl nun häufiger von Messe Fantasy-Meet&Greets hören. Immer gut aufpassen. Denn auf so einem Meeting trefft ihr uns Fantastologen direkt im Rudel! Wenn sich das mal nicht lohnt. 🙂

Als es dann Nachmittag wurde, die Freude des Meet&Greets der Nervosität vor der Gesprächsrunde wich, fragte mich Thorsten, die Pressestimme von BoD: Sag mal, Mary, hättest Du auch Lust auf eine Lesung? Wir haben irgendwie eine Stunde statt einer halben auf der Bühne bekommen.

Was für eine Frage! Klar! Und natürlich war es nicht schwer, Emma und Juliana auch dafür zu begeistern. Warum nicht zu dritt lesen? … Gut, leider – und ich muss zugeben, dass ich darüber wirklich traurig war – haben wir bei unserer Gesprächsrunde „etwas“ überzogen und so fiel letztlich meine Lesung hinten runter. Aber dafür konnte unser Thema „Mit Fantasy begeistern“ Euch ja offensichtlich sehr begeistern. 🙂 Das Publikum war klasse! Neugierig, wach und gut gelaunt. Ihr wart toll! Und so viele! Soweit ich das überblicken konnte, waren alle Sitzplätze belegt und ihr standet noch rings um das Auditorium herum.

Hoffentlich konnten Euch unsere Antworten inspirieren und motivieren. Es gilt, was ich immer gern sage: Meldet Euch, wann immer ihr eine Frage zum Schreiben oder Veröffentlichen habt. Ich gebe meine Tipps gern weiter.

Übrigens habe ich durch meine liebe Cronos-Heldin Lisa von L.C.’s Bookshelf ein Video der Gesprächsrunde. Allerdings hat meine Kamera kein schickes Richtmikro und so sind wir nur schlecht zu verstehen. Ich habe mich deshalb noch nicht entschieden, ob ich es hochladen soll. Was meint ihr? Versuchen? Neugierig?

Aber nicht nur während meiner Bühnenpräsenz und beim M&G wart ihr zahlreich dabei. Am Samstag war ich bei zwei Bloggertreffen, die jede Menge Spaß gemacht haben und mir viele tolle neue Kontakte beschert haben. (Ich kam immer noch nicht zum Sichten der Dutzenden von Visitenkarten. Bitte seht es mir nach. Ich habe noch nicht aufgegeben. Meldet Euch auch gern einfach bei mir. Ich beiße nicht – nur meine Protagonisten).

Die besonderen Momente waren aber vor allem die, in denen ich liebe Menschen getroffen habe. Einzeln. So ganz schlicht für uns. Es ist immer wieder erstaunlich, wie es einem gelingt, bei einem solchen Event mal mehr mal weniger geplant bestimmten Personen immer wieder in die Arme zu laufen. Einige dieser meist ziemlich spontanen Treffen habe ich in meinen Filmstreifen verewigt. Seien es Autoren und Autorinnen oder engagierte Bloggerinnen oder Instagrammer. Oder einfach nur glückliche Leser.

Ich habe so viele tolle Kolleginnen und Kollegen getroffen: Jenny (Liza Grimm) und Nina ganz zufällig; Mira, Katrin, Ireen und all die andern Fantasten nicht nur auf dem Meet&Greet, Emily (mein lieber ehemaliger Schützling, die nun sehr gut allein klar kommt mit bereits zwei Veröffentlichungen und einigem mehr in der Pipeline) und einige mehr. Natürlich sind auch Zippi und ich wieder ineinander gepurzelt. Vielleicht unter anderem, weil wir uns gegenseitig bei unseren Veranstaltungen angefeuert haben (und wahrscheinlich, weil sich Kinderschokolade-Junkies gegenseitig anziehen). Ich habe tolle neue Blogger kennengelernt und ein paar meiner vertrauten Buchbegeisterten getroffen – und sogar ein paar Heroes erwischt!

Für die Unwissenden unter Euch: Die Heroes of Cronos sind meine handverlesenen VIP-Blogger. Ihr findet sie auch auf meiner Autorenseite 🙂 . Um ein Hero zu werden braucht ihr keine beeindruckende Reichweite (auch wenn ich dagegen natürlich nichts einzuwenden habe). Ihr braucht das Herz am rechten Fleck, Liebe, Leidenschaft und Engagement für Bücher – im Idealfall auch für meine – und ein gewisses Niveau. Ich lege Wert auf eine gute Sprache, einen guten Stil und lasse mich immer gern von einem schönen Blog beeindrucken. Dafür teile ich dann gern mit Euch. Sei es mein Merchandise, seien es exklusive Informationen oder Vorabkapitel und und und.

Mein zweites Großhighlight und gewissermaßen zweites Zuhause während der Messe war der Stand von Greenlightpress und dessen treue, liebe Seelen. Allen voran Andy und Ireen. Aber auch Jenny und … ach verflucht! Ihr ALLE! Ich habe Euch so wahnsinnig gern und vermisse Euch so wahnsinnig sehr!

Ihr anderen müsst wissen: Als ich am Mittwochnachmittag von einer langen Autofahrt geschafft aber glücklich in Frankfurt gelandet war und mich mit Sophie auf den Weg zum Pub’n’Pub machte, kam mir so ein blöder Gedanke: Wie schaffst Du das ganze Merchandise (Postkarten, Lesezeichen, Leseproben, Bücher, Portfoliobücher, Stempel und und und) eigentlich täglich zur Messe und zurück? Durch die Sicherheitskontrollen und aus dem vierten Stock im Altbau?
Daraufhin schrieb ich dem lieben Andy – Euch vielleicht bekannt als Andreas Suchanek – in meiner Verzweiflung und er bot mir Asyl an seinem Stand an. So kam es, dass ich meine Bücher bei BoD hatte, doch den Rest bei Andy und gewissermaßen dort lebte. Ich muss auch sagen, dass die FBM für mich in diesem Jahr eigentlich (mit Ausnahme von einem kurzen gezielten Ausflug zu Droemer Knaur in Halle 3.1) ausschließlich auf Teilen der Agora und in ca 40% der Halle 3.0 stattfand.

Zur Ruhe kam ich deshalb aber trotzdem nicht. Das lag sicher auch an all den vielen neuen Menschen, die ich nun zu meinen Freunden zählen darf. Und an den vielen Lesern, denen ich von Nafishur erzählen konnte. Aber vor allem lag es – einmal mehr – an Andy. Beispielsweise hatte ich mir an keinem Abend etwas vorgenommen. Komisch, dass ich dennoch jeden Abend unterwegs war. Zwei dieser Abendaktivitäten hat Andy zu verantworten.

Nummero Eins war die Verleihung des Skoutz-Awards. Andy war mit seinem Das Erbe der Macht nominiert in der Kategorie Fantasy und schon den gesamten Messetag über hibbelig. Dass am Messefreitag die Verleihung sein sollte, war total an mir vorbeigegangen und als ich es dann endlich raffte, wurde ich kurzerhand von ihm eingeladen, mitzukommen. Keine Chance nochmal nach Hause zu gehen und irgendwie die Spuren des Messetages zu beseitigen. Keine Chance nein zu sagen, weil das einfach so unendlich lieb war – und ich total neugierig. Also hab ich etwas improvisiert und plötzlich saßen wir auch schon mitten in der Verleihung. (Wir alle haben Andy alle mit ganz viel Engagement geholfen, damit er nicht so nervös war. … … Gut. … … Vielleicht auch eher das Gegenteil.) Als es dann endlich soweit war und die Shortlist der Fantasy vorgestellt wurde, waren wir alle fix und fertig. Und dann kam die Laudatorin ewig nicht zum Punkt. Zum Entscheidenden. Und überhaupt! Dann redet sie davon, dass das Ergebnis in keiner Kategorie so deutlich war wie hier und der Sieger einen großen Abstand zu seinen Kontrahenten hat. Ich habe Andy zu dieser Zeit gefilmt und auch ohne das Video seh ich noch genau vor mir, wie seine Schultern in dem Moment sinken. Gewinnen? Mit großem Abstand vor Das Lied der Krähen? Offensichtlich hielt er den Gedanken für zu optimistisch. … Bis es dann plötzlich sein Name war, der ausgesprochen wird. (Andy, nur zur Information: Ich hab gerade einen ziemlich verschwommenen Blick. So wässrig.) WAS FÜR EIN ABEND! HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH ANDY! DU HAST DIESEN PREIS VERDIENT! Für deine Geschichte, für deine Bücher, für deine Liebe zur Literatur und zu uns Buchmenschen, für deine liebe, hilfsbereite Art und einfach alles an Dir. Mach weiter so!

Dagegen stinkt der zweite Abend ja jetzt regelrecht ab. Aber für mich war auch der etwas ganz Besonderes. Am Samstag hatte Andy ein paar Plätze bei einem Italiener um die Ecke bestellt – für die fleißigen Helfer und Autoren an seinem Stand. Und wer wurde wieder mitgeschleppt? Irgendwie waren wir am Ende zwölf statt acht. Das brachte die Trattoria ganz schon zum Rotieren. Aber ein guter Italiener findet immer einen Weg und so schaffte man es tatsächlich – trotz vollem Haus – uns alle unterzubringen. Es war ein wunderschöner Abend. Vor allem, weil er – so wie schon der Freitagabend – so völlig unverhofft über mich hereinbrach. Und er endete damit, dass „die Alten“ nicht noch in einen Pub gingen, sondern schon mal in Richtung ihrer Hotels. Vor dem Maritim an der Messe standen wir dann noch … wie lange? Eine halbe Stunde oder länger vor dem Eingang und philosophierten im wahrsten Sinne des Wortes über Gott und die Welt – und über Bücher natürlich auch.

Also liebe Greenlightpress. Nochmal hier und vor allen: Vielen, vielen Dank für alles.

Und wo ich gerade von Andy und Ireen gesprochen habe … Ein kleines Event im September habe ich unterschlagen und so kommt jetzt ein kleiner …

EXKURS:

Habt ihr schon von der Schreib-WG gehört? Nicht? Das sind Andreas Suchanek, I. Reen Bow, Christian Handel und Nica Stevens. Vier Autoren, die an verschiedenen Orten Deutschlands für ein paar Tage zum gemeinsamen Schreiben ihr Lager aufschlagen. Natürlich nicht, ohne das angemessen per Social Media zu würdigen. Und natürlich nicht ohne ein Meet&Greet mit Lesern und anderen Autoren als Höhepunkt. Das erste Mal fand die Schreib-WG im September in der Nähe von Leipzig statt und ich war als Gastautorin eingeladen. Wir hatten jede Menge Spaß. Zum Beispiel bei unserer Vorstellungsrunde, die irgendwie den gesamten Abend dauerte (und bei dem Ireen vor allem neugierig auf unsere schmutzigen Seiten war – kleiner Insider 😉 ). Oder auch beim kollektiven Pizza Essen mit nur einem einzigen Messer. Oder aber bei der Besichtigung des Schlosses im Dunkeln. Wirklich schaurig! So schaurig, dass wir sogar Geister gesehen haben. Und selbst dazu wurden. Glaubt ihr mir nicht? Seht selbst! (Und nein, das ist kein Photoshop, das schwöre ich.)

Begleitet hat mich übrigens spontan Ally J. Stone. Und das war ein Glücksfall. Wir kannten uns zwar schon durch unsere Berliner Autorenclique, aber wir hatten ja keine Ahnung! Die Hin- und Rückfahrt haben wir genutzt, um für das kommende Jahr lauter tolle Projekte zu planen, Pläne zu schmieden – und lauthals unser (zu 95% übereinstimmenden) Lieblingssongs mitzusingen.

Übrigens: Die nächste Schreib-WG findet in Berlin statt. 😉 Mehr dazu, wenn ich dann durch meine Berichte durch bin und zu meinem Ausblick komme. 🙂

Nun aber rasch wieder zurück zur Messe! Es bleiben nähmlich noch zwei Kleinigkeiten zu erwähnen. 🙂

Zum einen habe ich meinen neuen Lieblingsitaliener in Frankfurt gefunden! Nein, es ist nicht der, bei dem ich mit der Greenlightpress war. Der war super lecker. Aber er hat es nicht weiter geschafft, als auf Platz Zwei. Platz Eins ist nun die Pizzaria Trattoria da Michele. Unglaublich nette Bedienung. Wunderschönes gemütliches (und sauberes!) Ambiente. Das leckerste Pizza Pane, das ich seit langem gegessen habe (und ich war gerade erst in Rom, wie Ihr Euch vielleicht erinnert). Es wurde immer leckerer, je häufiger es uns einfach nachgefüllt wurde. Die Pasta war perfekt und der Preis unschlagbar. Und das alles keine fünf Gehminuten von unserer kleinen Wohnung entfernt. Es war einfach perfekt und ich habe diesen Abend dort sehr genossen.

Natürlich auch dank meiner charmanten Begleitung. Tanya, die ich auf dem Self-Publishing-Day in Düsseldorf kennengelernt hatte, wohnt rein zufällig in der Nähe von Frankfurt und so kam sie für mich nach Frankfurt Rödelheim. Eigentlich hatten wir mehr im Zentrum reserviert, aber ich war so spät dran, dass ich unsere Verabredung nicht hätte einhalten können. Dazu kam ein nagender Hunger und so kam mir Tanya zum Glück etwas entgegen und wir suchten irgendwas in der Nähe. Ohne große Erwartungen. Und wurden dann umgehauen. Ich freu mich schon jetzt darauf, nächstes Jahr wieder hinzugehen. Tanya, bist Du wieder dabei? 🙂 Wir sollten daraus eine Tradition machen! Ich hab mich so gefreut, Dich wiedergesehen zu haben. Auch wenn es nur kurz war.

Die zweite „Kleinigkeit“ ist größer als gedacht, glutrot und lernt zurzeit, Feuer zu spucken: Yngwie!

Er ist Euch vielleicht schon auf meinen Postkarten aufgefallen oder auf einigen der Fotos hier im Beitrag. Mein neuer Feuerdrache! Am Messesamstag war ich mit Annett und Marko von den Dragonfairy’s Glücksdrachen verabredet. Ich ahnte ja schon, dass die zwei etwas vorhatten. Schließlich wollten sie unbedingt schon sehr genaue Beschreibungen von Yngwie haben (den lernt ihr alle in Nafishur II kennen). Aber damit hätte ich nun nicht gerechnet.

Yngwie ist ein wunderschöner, mit viel Herzblut und Können hergestelltes Drachen-Unikat nach den Vorgaben meiner Bücher und der Schwarm aller Buchmenschen. Noch während ich mit Annett und Marko auf der Agora saß, um etwas zu essen (mit Yngwie auf meiner Schulter), ging es los. … Nein, sogar noch früher. Als ich den Versuch aufgab, von Sebastian (Fitzek) seine Black Stories signiert zu bekommen und nach den beiden suchte). Schon auf dem Weg nach draußen zog der „Kleine“ alle Blicke auf sich. Bei all den Foto-Anfragen kam ich mir mehr vor wie seine Managerin und das „lästige Beiwerk“ auf dem Bild. Aber er schaffte es mit seinem Charme, den neugierigen Zuschauern auch immer Visitenkarten oder/und Leseproben in die Hand zu drücken.

Ich kann mein Glück kaum fassen, Fans zu haben, die zu so unglaublichen Dingen fähig sind. Yngwie wird mich von nun an auf jedes Event begleiten und er schaut mir auch jetzt gerade über die Schulter. Wenn das kein Ansporn ist, weiterzuschreiben. Schließlich sollt ihr ihn auch möglichst bald richtig kennenlernen.

Und Annett, Marko: Ihr seid unglaublich! Und so so lieb und talentiert und engagiert! Tausend Dank für dieses Prachtstück von einem Drachen!!!

Ihr Lieben, es war einfach eine großartige Zeit. Nahezu perfekt und wie Erholung für die Seele und Fitness für den Körper. Ich war angeschlagen während der Messe und irgendwie funktionierte es trotzdem. Erst danach ließ sich die blöde Erkältung wieder voll blicken. Wahrscheinlich, als die Endorphine nachließen und der Messeblues einsetzte.

Es war einfach schön.

Es war Buchmesse.

Danke.

Sincerely

„In Büchern liegt die Seele aller gewesenen Zeit“

by Mary Cronos

Dieses Zitat von Thomas Carlyle steht auf einem meiner Messemitbringsel und drückt am besten aus, weshalb dieser Messebericht etwas ausufern könnte. Meine „gewesene Zeit“ auf der Buchmesse wäre auch ein eigenes Buch wert. Es ist so viel passiert, von dem ich Euch berichten will.

Am schönsten sind all die Eindrücke, die mit besonderen Menschen verbunden sind. Und davon habe ich jede Menge getroffen – solche, die ich schon kannte und vermisst habe, und solche, die ich  neu kennenlernte und schon jetzt vermisse. Autorenkollegen und Blogger, meine tolle Agentur und mein neues Verlagszuhause, engagierte (für mich) neue Gesichter bei BoD und begeisterte Leser. Ich konnte so viele Gespräche führen, dass ich jetzt noch heiser bin. 🙂

Aber fangen wir am Anfang an. Am Mittwochmorgen. Um drei Uhr morgens, um genau zu sein. Als Emily – mein lieber Schützling von Author Wing – mich weckte, weil mein Wecker entweder geschwiegen oder hoffnungslos versagt hatte (kein Wunder, wo ich doch das letzte Mal gegen eins auf die Uhr gesehen hatte). Tags zuvor hatte mich mein verlässlicher Wegbereiter Flixbus von Berlin nach Leipzig gebracht und nun sollte Teil II folgen: Die Autofahrt nach Frankfurt. Unser Ziel: Bis zehn an der Messe zu sein. Wir waren kurz nach acht da. Und so aufgedreht, als könnten wir nicht ausgeruhter sein. Während der Autofahrt jagte ein guter Song den nächsten und im guten Gewissen, dass niemand zuhört, grölten wir so laut wie möglich mit (wir waren also zugegeben schon vor der Messe das erste Mal heiser).

Und dann kam kurz nach unserer Ankunft dieser erste besondere Moment. Der Moment, wenn das Piepen des Scanners Dir sagt: Du bist da, Willkommen auf der Buchmesse. Noch kurz zur Garderobe und einmal um die Ecke – durch die erste Tür direkt in Halle 3. Der Moment, der in Filmen damit beginnt, dass man in Großaufnahme die strahlenden Augen und das immer breiter werdende Grinsen der Protagonisten zeigt, um dann immer weiter rauszuzoomen und dem Zuschauer das zu präsentieren, was sie so glücklich macht: Bücher. Eine gigantische Halle voller Bücher. Eins neuer und schöner als das andere. Und das Wissen: Das ist nur eine Halle von vielen. Herrlich.

Es gibt nur ein Gefühl, dass diesen Moment zu dieser Zeit noch toppen konnte: Nur wenige Meter gerade aus und wir standen vor dem Stand von BoD – und damit vor unseren Büchern, die dort den Messetisch zusammen mit lauter anderen schönen Exemplaren zierten. Auf der weltgrößten Buchmesse durften meine Nafishurs stehen. Was für ein wahnsinns Gefühl. Danke fürs Möglich Machen, BoD! Wenn ich von „unseren Büchern“ spreche, dann liegt das übrigens daran, dass vor kurzem Emily’s erster Roman „Kontaminiert“ erschien und mich zur stolzen „Roman-Oma“ macht, denn irgendwie fühlt es sich so an, als hätte ich Emily bis hierher etwas… bemuttert. Aber ich schweife ab (allerdings habe ich Euch ja eben schon davor gewarnt)… Für Emily war vielleicht auch der beste Kaffee der Messe (am BoD-Stand) nach dieser irren Autofahrt ähnlich phänomenal, aber das Funkeln in ihren Augen, als sie ihr Kontaminiert stehen sah, sprach für sich: ihr ging es ganz genauso wie mir. 😉

Kurz nach unserer Ankunft habe ich mit meiner Agentur über ein neues Projekt gefachsimpelt und freue mich jetzt schon darauf, Euch bald davon zu erzählen, denn ich werde mit diesem Projekt meine Fühler in ein anderes Genre ausstrecken. Ein Genre, das ich eigentlich sogar noch mehr liebe als die Fantasy (ja, das geht – es ist schwer, aber möglich). Insider dürfen an dieser Stelle erste Hypothesen äußern. 😉 Darüber hinaus war der Mittwoch vor allem dafür da, die Messe kennenzulernen, den Lageplan mit allen wichtigen Standorten bei mir im Hinterkopf an die Wand zu pinnen (was ausgesprochen sinnvoll war, weil ich den Rest der Messe über für jedermann den Reiseführer spielen würde).

Am nächsten Tag habe ich mich mit meiner Lektorin von feelings, die ich endlich persönlich treffen durfte, über „Houston Hall – Schatten der Vergangenheit“ ausgetauscht. Das Cover steht und begeisterte feelings, bald wird sich herausstellen, ob es auch Euch Leser begeistern wird. Auch der Klappentext ist schon fertig und am Sonntag werde ich dann hoffentlich die letzte Lektoratsrunde abgeschlossen haben. Denn nun steht der Tag: Mein erstes Verlagsbuch wird am 02.01. erscheinen – als Ebook und Print on Demand. Darin werde ich Euch in das Schottland der 60er entführen – der 1960er und der 1660er und der 1760er… Hä? Lasst Euch überraschen von historischer Romantasy. 😉 Von einem etwas griesgrämigen Laird, der erst einem aufmüpfigen, geheimnisvollen Dienstmädchen begegnen muss, um wieder aufzutauen und nebenher das tragische Geheimnis um seine Familie zu lösen. Von schottischen Legenden und Fabelwesen, die lebendig werden, und vergangenen Geheimnissen, die ihre Schatten bis in die Gegenwart fallen lassen.

Im Anschluss an das Gespräch mit meiner Lektorin umrundete ich den schönen, orangenen Messestand (eher eine großzügige 3-Zimmer-Wohnung) von Droemer Knaur und entdeckte Sebastian Fitzek in der VIP-Lounge. Worüber wir uns unterhalten haben, werde ich Euch hoffentlich bald berichten können. Ich bin gespannt, was ihr zu unseren Plänen sagt – so sie gelingen.

Und dann war da noch das „kleine“ Bloggerinterview mit Kitterella, das leicht ausuferte. Statt geplanten 30 Minuten, plapperten wir gute zwei Stunden miteinander und hörten erst auf, als wir mit anderen Terminen kollidierten. Teilweise half nur der Videomitschnitt. Und das, wo ich noch nicht ein Video gesehen habe, auf dem ich nicht doof in der Weltgeschichte herumzappel und albern lache. Man darf gespannt sein!

Außerdem traf ich am Donnerstag auch zum ersten von so einigen Malen auf Ireen Bow. Es war ein riesen Spaß und ihr werdet staunen, wenn wir Euch (hoffentlich bald) berichten werden, was wir zwei uns gemeinsam ausgedacht haben. Ich gründe ja immer mal gern Dinge… Lasst Euch überraschen, worum es diesmal gehen könnte. 😉

Der Freitag ließ mich in Erinnerungen schwelgen und wieder zum Studenten werden. Es ist schön, dass sich meine verschiedenen Jobs so gut miteinander verknüpfen lassen. Ich hatte den Auftrag, Prof. Dr. Dr. hc mult Markschies auf dem Blauen Sofa des ZDF zu fotografieren. Er ist der Grund für meine schönsten Studienerinnerungen, denn er hat die spannendsten Exkursionen gemacht. Dank ihm konnte ich Kulturen und Bauwerke sehen, deren Anblick ich niemals vergessen werde. Bauwerke, die es heute wegen Terror und Fanatismus in Syrien nicht mehr gibt. Ich hätte damals, 2008, nicht gedacht, dass es meine letzte Chance sein würde, Palmyra, Aleppo und viele andere prächtige Orte und Städte zu fotografieren, zu sehen, zu erleben. Der Gedanke, dass diese unglaublich alte, schöne und denkwürdige Architektur zerstört wurde, macht mich unfassbar traurig. Der Gedanke, dass ich die Chance hatte, all das noch einmal zu sehen, macht mich dankbar. Am Messefreitag durfte ich meiner Dankbarkeit Ausdruck verleihen. „Aufbruch oder Katerstimmung?: Zur Lage nach dem Reformationsjubiläum“ heißt Professor Markschies neues Buch. Für Theologen wie ich so nebenbei auch einer bin, ist das eine berechtigte Frage – und vielleicht ja auch für Interessierte darüber hinaus.

Jenseits dieses kleinen Flashbacks hatte ich vor allem die Freude, viele liebe Menschen zu treffen. Endlich lernte ich Nadine von Outlander Germany persönlich kennen und auch dieser Tag wurde durch ein lustiges und schönes Bloggerinterview aufgewertet. Diesmal war es sogar ein „flotter Vierer“. Tamara brachte noch Stella mit und ich Emily und so gab es zwei Interviews für alle. Ich finde es immer wieder faszinierend, dass ich tatsächlich neue Fragen höre – egal wie viele Interviews kommen. Ihr seid so kreativ darin, uns Autoren aufs Neue zum Schwitzen zu bringen. Ich freue mich schon darauf zu lesen, was ihr aus unseren Antworten gezaubert habt.

Der Samstag war dann mein persönlicher Messehöhepunkt. Frühstück bei BoD, ein schönes Interview mit Buntes Tintenfässchen im schönsten Sonnenschein auf der Agora und dann am Nachmittag der Fantasyworkshop, den ich zusammen mit Laura Newman für und mit BoD in deren Workspace halten durfte. Thorsten Simon, der Pressesprecher von BoD, fragte uns aus über unsere Techniken und Erfahrungen beim Erschaffen und Schreiben von Fantasywelten. Dank Laura und hoffentlich auch ein kleines Bisschen meinetwegen war der Workspace mehr als gut gefüllt. Man kann mit Fug und Recht von einer Thrombose in den zwei umliegenden Gängen reden. Es hat wahnsinnig viel Spaß gemacht, sich den Fragen zu stellen und dadurch auch seine eigenen Techniken zu reflektieren. Ein großes Dankeschön für diese tolle Chance an BoD und auch an Laura, mit der dieser Workshop wirklich klasse funktioniert hat.

Direkt im Anschluss und auch im Workspace fand dann das Fantasy-Meet & Greet statt. Nun nicht mehr mit Laura, die bereits zum nächsten Termin eilen musste, sondern mit Mira Valentin, die frisch von ihrer Siegesfeier zu uns stieß. Herzlichen Glückwunsch an dieser Stelle nochmal zum Kindle Story Teller Award, Mira! Ich habe mich sehr gefreut, dass dieses Meet & Greet auch mir die Chance gab, Dich, Mira, besser kennenzulernen. Ich habe so das Gefühl, dass das nicht unser letztes Zusammentreffen war. Es würde mich zumindest freuen, gemeinsam ein paar Pläne zu schmieden. Dein Energydrink hat mich übrigens als Nicht-Kaffee-Trinker echt über den Tag gerettet! Sehr lecker!

Ein zusätzliches Schmankerl war das anschließende Videointerview mit BoD. Ich bin gespannt, ob ich irgendetwas brauchbares von mir gegeben habe, dass vielleicht noch den Weg auf die BoD-Website finden wird.

Der Sonntag war schon am Morgen überschattet vom Der-letzte-Tag-Gefühl. Koffer packen, Unterkunft ein letztes Mal verlassen, Auto vollpacken, das letzte Mal die U-Bahn zur Messe nehmen… dem Violinisten in der U-Bahnstation der Messe eine Spende dalassen und sich ein letztes Mal bei der Security bedanken, die wacker tausende von Taschen täglich kontrolliert haben, der Garderobiere einen schönen, letzten Messetag wünschen und dann nochmal durch so viele Hallen wie möglich tigern. Überall stoppen, wo wir liebe Menschen getroffen haben, und nochmal das Gespräch suchen – einfach weils so schön war. Zum krönenden Abschluss noch ins Booktubertreffen platzen, ein Selfie mit Laura machen (in der Aufregung doch glatt am Samstag vergessen, aber Erinnerungen müssen sein) und direkt noch ein spontanes Videointerview mit Babsi geführt. Ich hoffe, Bild und Ton haben trotz Messechaos und Nachmittagssonne mitgespielt und es macht Euch Spaß, dann das fertige Video zu sehen.

Danach hieß es dann für uns auch direkt: Aufbruch – zurück in das andere Leben, das außerhalb der Buchmesse, wo die Zeit still steht und zugleich an einem vorbeirast. Es war eine grandiose Zeit und um so emotionaler war die Heimfahrt. Aber Moment. Ich habe Euch nur von der Messe selbst berichtet. Dabei hatte doch jeder Abend so seine ganz eigenen Highlights. Hier also noch ein „kleiner“ Einblick in unsere Abendgestaltung.

Mittwoch endete mit einem Pub’n’Pub nach einem Tag, der um 4 Uhr morgens nach knapp zwei Stunden Schlaf begann und einfach nicht enden wollte. Müde waren wir trotzdem nicht. Den Impuls für den Abend gab Frank Behrendt. Er sprach darüber, mutig und dankbar zu sein, etwas mehr Optimismus zu verbreiten und sein Leben zu nutzen und dabei zu genießen. Eine Einstellung, die ich nur begrüßen kann (solltet ihr meinen letzten Blogpost hier gelesen haben, könnten Euch Parallelen auffallen. Ich jedenfalls musste schmunzeln). Danach war dann das Pub-Dasein angesagt und im Nu hatte sich um uns eine kleine Traube gebildet und wir redeten über alles – von unseren Büchern bis hin zu Weltpolitik, vom peinlichen Urlaubserlebnis bis hin zum Bildungssystem. Leander Wattigs Pub’n’Pub ist in meinen Augen die schönste Art, sich in der Literaturwelt zu vernetzen und wer’s noch nicht erlebt hat, sollte das dringend ändern.

Donnerstag wollten wir es mit einer Krimilesung im Institut für Rechtsmedizin ruhig angehen lassen. Nach dem langen Messetag mussten wir uns aber eingestehen, dass das Ganze etwas zu ruhig war. Und so zogen wir dann um – in eine Trattoria. Auch dort hieß es wieder: tolle neue Kollegen kennenlernen, reden bis die Stimme aufgibt und in meinem Fall: Massagen verteilen. Nach all den Eindrücken während der Messe war der Abend herrlich erholsam – bis auf zwei rasante Taxifahrten zur Lesung und dann wieder fort. Man kann ohne zu übertreiben behaupten: Wenn vier Autoren es eilig haben, wird auch eine Taxifahrt zu einem Erlebnis. Vor allem, wenn trotz Smartphone keiner in der Lage ist, die korrekte Adresse zu nennen. Es gab definitiv einen runden Spannungsbogen: Zeitdruck, die Jagd nach einem freien Taxi, die Aufregung, das Auf die Straße Springen, um eines anzuhalten. Dann der erste Twist: Wir haben es eilig, aber wohin wollen wir überhaupt? Rasch darauf die Lösung: Slawivka tritt als weise Instanz in letzter Sekunde auf und weist uns den Weg. Eine wilde Hatz gegen die Zeit beginnt. Wir erreichen unser Ziel – beinah pünktlich. Die Vorfreude ist groß und gespannt betreten wir den mit eingelegten Hirnen und Mägen dekorierten Hörsaal. Und dann Twist zwei: Die Lesung ist nicht, was wir erwarteten. Die kleine Reise war vergebens. Unser Ziel wird neu gesetzt, die Route neu berechnet: Spaghetti, wir kommen!

Am Freitag hatte ich eigentlich eine kleine Fototour durch Frankfurt geplant. Sie wurde dann noch kleiner, als ich spontan mit Emily zur Party der Independents (Hot List 2017) ins Literaturhaus ging. Wer mich kennt, weiß, dass ich nicht so sehr der Partymensch als mehr jemand für gepflegte Konversation bin. Aber zum Glück konnten wir im Literaturhaus beides bekommen – vor allem wenn man Tanja Steinlechner vom Schreibhain begegnet. Ich habe lange nicht mehr so viel gelacht wie an diesem Abend. Und das schönste waren unsere Spaziergänge am Main entlang zur Location und später wieder nach Hause. So kam ich dann auch zu meiner Fototour. 🙂

Der Samstag war so ereignisreich, dass wir irgendwie das Essen vergessen haben (gut, an den anderen Tagen war das auch nicht wirklich anders, aber der Samstag ist eben der Messesamstag und jeder, der schon mal an einem Messesamstag auf einer Messe war, weiß, was ich meine). Dementsprechend zogen wir mit zwei weiteren reizenden Kolleginnen – Mira Mart und Cara Mattea – in Frankfurts Kaiserstraße um kaiserlich zu speisen… und letztlich in einem Burgerladen zu landen. Noch nie hat ein Burger so gut geschmeckt wie an diesem Tag. Was möglicherweise auch am extremen Hunger gelegen haben könnte. Wir blieben, bis die Stühle auf die umliegenden Tische gestellt wurden und uns immer deutlicher wurde, dass die Belegschaft endlich Feierabend machen wollte (hatten wohl auch einen langen Tag). Wir tauschten uns aus über die Vor- und Nachteile von Verlagen und Selfpublishing, klagten uns unser Leid rund ums Schreiben und Lektorieren und schoben uns möglichst zeitgleich mehr Pommes und Burger rein.

Als dann der Sonntagabend kam, war die Messe plötzlich vorbei – und wir schon fast wieder in Leipzig (meine liebe Emily hatte mich ab dort mitgenommen, so dass ich diesmal keine ganz so lange Flixbusfahrt hatte). Dementsprechend konnten wir die ganze Fahrt über in Erinnerungen schwelgen, abwechselnd Lachen vor Freude und Wimmern, weil nun schon wieder alles vorbei war. Wochenlang bereiteten wir uns vor, schufen Leseproben und andere Give Aways, planten Termine und freuten uns auf die Zeit – und dann ist alles so schnell vorbei. Wenn man dann so in seinen Messeblues verfällt, ist es schön, jemand gleichgesinnten neben sich zu wissen. Gemeinsam „leiden“ ist doch schöner als allein. Und zum krönenden Abschluss lagen wir im Garten hinter Emilys Zuhause auf dem Boden und sahen synchron mit meiner Kamera auf die Milchstraße – natürlich nicht, ohne direkt neue Buchideen zu produzieren. Was für eine schöne Zeit.

Und an dieser Stelle will ich mich nochmals bei allen bedanken, die diese Buchmesse für mich zu so einem einzigartigen Erlebnis gemacht haben. Wen genau ich dabei im Sinn habe, wird wohl aus dem kleinen Roman hier deutlich genug. Ich danke Euch und ich freue mich schon jetzt auf unser Wiedersehen auf der BuchBerlin, der German Comiccon in Dortmund, der Leipziger Buchmesse und all den anderen Events, die dann 2018 auf uns warten!

Und danke auch an Euch fleißige Blogleser, die ihr bis hierher durchgehalten habt. Um diesen Bericht nicht noch länger zu machen, belasse ich es an dieser Stelle dabei. Bald aber werde ich Euch mehr zu Houston Hall – Schatten der Vergangenheit berichten können, Euch mein Cover zeigen können und die nächsten Eventankündigungen mit Blick auf die BuchBerlin und die nächste German Comiccon vom Stapel lassen. Außerdem stehen noch einige Bloggerinterviews aus, die wir digital nachholen, weil die Messezeit einfach nicht für alle reichte. Und sonst so? Neue Missions, neue Fotos, Weihnachtsüberraschungen und neue News. Freut Euch drauf und genießt das herrliche Herbstwetter!

Sincerely

P.S.: Ach Du Schande, ist das lang geworden! Ich hätte vielleicht einen Zweiteiler draus machen sollen. 😉 Tut mir leid.

Terminkalender

by Mary Cronos

gcc-berlin-cocNun, da wir den Riss im Raum-Zeit-Kontinuum zwischen Eurem Wissen und meinen Erlebnissen wieder ausgeglichen haben, ist es Zeit für ein paar Neuigkeiten. Vorerst hab ich eine grobe Übersicht über alle Events, bei denen ich anwesend sein werde. Wann genau ich dort was mache, kann ich im einzelnen noch nicht immer sagen. Aber ich verspreche, Euch auf dem Laufenden zu halten.

  • Bis Sonntag befinde ich mich noch auf der Photokina in Köln. Da ich diesen Eintrag gerade vor der Messe schreibe und plane, weiß ich noch nicht genau, wann ich wo sein werde. Aber wer Instagram verfolgt oder Twitter und Co, wird es wahrscheinlich schnell herausfinden.
  • Am 27.09. (also am kommenden Dienstag) steht eine Kleinigkeit in Facebook an. In der Gruppe „Outlander Pub“ zum Autoren-Dienstag werde ich den ganzen Tag über Rede und Antwort stehen, über Nafishur II und vielleicht auch ein weiteres aktuelles Projekt plaudern – wir sind dort schließlich unter uns…
  • Am 15./16.10. werde ich auf der German Comic Con in Berlin sein – an einem Stand in der Artist Alley 🙂 Ob auch Nafishur da sein wird, wird sich noch herausstellen. Leider gibt es in Berlin wohl keine Möglichkeit für eine Lesung. Vielleicht lasse ich mir aber noch was einfallen. 😉
  • 20.-22.10. werde ich die Frankfurter Buchmesse besuchen. Diesmal leider ohne Stand. Aber wer mich findet, für den hab ich bestimmt irgendetwas schönes dabei (Buttons, Lesezeichen und was ich sonst noch so tragen kann 🙂 ).
  • Am 31.10. werde ich in der Buchhandlung Lehmkul in Witten eine ganz besondere Halloween-Fantasylesung halten – in Kombination mit einem Vortrag dazu, wie man Autor wird, worauf man besser achten sollte, was man heute für Möglichkeiten hat und welche für mich funktioniert haben. Heute habe ich von ein paar großartigen Freunden noch dinge wie Kürbissuppe, Nafishur-Muffins und Cara-Tee-Punsch angekündigt bekommen. Vorbeischauen wird sich also lohnen!
  • Am Wochenende 19./20.11. werde ich auf der Buch Berlin unterwegs sein. Klein aber fein und vor allem nun mal in meiner Stadt. Das ist ein Muss. 🙂 Ich freu mich schon darauf, viele mir liebe Gesichter wiederzusehen. Außerdem wird Nafishur am Stand des Bundesamtes für magische Wesen zu finden sein. Vorbeischauen empfiehlt sich schon von Amtswegen 😉
  • gcc-dortmund-cocVom 02.-04.12. werde ich dann auch auf der German Comic Con in Dortmund an einem Stand in der Artist Alley sein. Und mit etwas Glück kann ich dort auch eine Lesung halten. Ich hatte gehofft, schon eine Antwort zu haben, bevor ich Euch davon berichte, aber sie machen es spannend. Also drückt mir die Daumen! 🙂 Ich bin genauso gespannt wie ihr.
  • Zudem werde ich vielleicht noch an einem kleinen Adventskalender einer Berliner Gemeinde mit einer Lesung teilnehmen. Aber dazu kann ich Euch noch nicht mehr verraten.

Damit seid ihr auf dem Laufenden. 🙂 Ganz schön viel los oder? Dazwischen werde ich zeichnen und schreiben, so schnell und gut ich kann. Wir werden sehen, was ich Euch ab und an an neuen Bildern oder Leseproben präsentieren kann. Wenn ihr noch Ideen habt, wo ich dabei sein sollte oder mich gern auch bei Euch in der Nähe lesen hören würdet, dann kommentiert Eure Vorschläge doch einfach. Ich freue mich über jede gute Idee und werde versuchen, sie zu realisieren.

Außerdem ist ja erst Mitte September. Wer weiß, was sich noch ergibt. Ich bin in jedem Fall gespannt, was sich in diesem Jahr noch alles ergeben wird. Die Einladung für die Lesung und den Vortrag bei Lehmkul zeige ich Euch hier separat. Wenn ihr auf das Bild klickt, sehr ihr den Flyer in groß. 🙂

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Sincerely

the wingscriber pls sig